Zimt: der heimliche Dauerbrenner

In Deutschland ist Zimt ein weihnachtliches Gewürz. Die braune Rinde mit dem aromatischen Duft ist ein Alleskönner. Geschmacklich wie gesundheitlich !
In Deutschland ist Zimt ein weihnachtliches Gewürz. Die braune Rinde mit dem aromatischen Duft ist ein Alleskönner. Geschmacklich wie gesundheitlich !

In  Deutschland ist Zimt ein sehr weihnachtliches Gewürz und außerhalb der beschaulichen Zeit wird es kaum noch verwendet. In meiner Kindheit war die einzige ganzjährige Anwendung “Zucker und Zimt” auf dem Milchreis. Meine eigenen Kinder kriegen inzwischen nur noch Zimt und bei Interesse Vanille. Und ansonsten ? Gibt es ein wenig Zimt an fast jeder selbstgemachten Süßspeise, besonders wenn ich den Zuckeranteil reduziert habe. Es kommt an meine Overnight Oats, Müsliriegel, süße Smoothies, warmer Kakao und und und …

Warum es sich lohnt Zimt zu essen, wann immer man kann

Diese unscheinbare braune Rinde mit dem aromatischen Duft ist ein Alleskönner und das nicht nur geschmacklich. Auch für die Gesundheit hat der Zimt eine Menge Vorteile. Einige lassen sich (wie immer) nur nutzen, wenn man ihn nicht erhitzt. Also in Kaltspeisen oder erst deutlich nach dem Kochen zugeben, wie beim Zimt auf Milchreis.

Wirkungen von Zimt auf den Körper
  • Antiseptisch (Parasiten, Bakterien, Schimmelpilze, Insekten)
  • Anregend auf Kreislauf, Magensaft, Speichel, Galle, Gehirn
  • Entzündungshemmend
  • Antioxidativ
  • Entspannend und bewegungsfördernd für den Darm
  • Antiallergisch
  • Gefäßerweiternd
  • Gerinnungshemmend (vorbeugend gegen Schlaganfälle und Hirninfarkte)
  • Antidiabetisch (Insulin verstärkend, HBbA1c senkend)
  • Blutdrucksenkend
Kontraindikationen

Große Mengen Zimt sind nicht für jeden empfehlenswert. Bei bekannten Magen- oder Darmgeschwüren sollte man sehr vorsichtig dosieren. Das gleiche gilt während der Schwangerschaft. Bei bekannter Allergie sollte Zimt allgemein gemieden werden.

Welche Inhaltsstoffe sind verantwortlich ?

Für jeden gesundheitlichen Vorteil ist mindestens ein Stoff im Zimt verantwortlich. In vielen Fällen wirken mehrere Stoffe zusammen und verstärken sich gegenseitig. Das nennt man dann eine Synergie. Diese Synergien sind DER Grund für mich, warum ich pure Kräuter oder Kräuterextrakte pharmazeutisch hergestellten Einzelstoffen vorziehe.

Gleichzeitig kann man durch Kenntnis der Stoffe schlussfolgern, welche Wirkmechanismen anfällig für Hitze sind, welche man mit Alkohol herauslösen kann und so weiter. Damit kann man auch abschätzen, wie sich diese Verarbeitungsmöglichkeiten sich auf der Wirkung niederschlagen.

Der genaue Anteil an Inhaltsstoffen ist immer individuell. Je nachdem, wie viel Sonne geschienen hat, wie der Boden war und vor allem, welche Unterart einer Pflanze genau genutzt wird, fallen sie unterschiedlich aus. Inhaltsstoffe mit geringen Anteil an der Gesamtzusammensetzung sind nicht unbedingt unwichtig. Manche Stoffe, wie z.B. ätherische Öle brauchen nur sehr geringe Mengen um zu wirken und können sogar in sehr hohen Dosen schädlich sein.

Im Fall vom Zimt sind Mengenangaben der Inhaltsstoffe recht schwierig, da die beiden häufigsten Arten (Ceylon-Zimt und Chinesischer Zimt) sich in der Stoffzusammensetzung relativ stark unterscheiden. Besonderes Augenmerk liegt da auf dem Cumarin. Dieser, in größeren Mengen stark toxischer Stoff, ist im Chinesischen Zimt in größerer Menge vertreten. Wer also Zimt wegen seiner Gesundheitswirkung in größerer Menge einsetzen will, sollte wann immer möglich auf Ceylon-Zimt zurückgreifen.

Inhaltsstoffe
  • Ätherische Öl (Stoffgemisch mit Zimtaldehyl, Eugenol, Cumarin, Zimtalkhol,…)
  • Gerbstoffe
  • Schleimstoffe
  • Pentazyklische Diterpene (u.a. Cinnzenylanol)
  • Phenolcarbonsäuren (u.a. Protocatechussäure)
  • Sterole
  • Safrol
  • Zimtsäureester

Medizinische und andere Verwendungsmöglichkeiten

Jetzt habe ich dich mit einer Menge Informationen versorgt. Doch eine Frage bleibt oft: Und was sagt mir das jetzt ? Ich fasse also nochmal zusammen bei welchen Problemen es sich lohnen kann Zimt vermehrt zu sich zu nehmen.

Einsatzmöglichkeiten
  • enfach leckeres Gewürz
  • Appetislosikeit
  • Gewichtsverlust
  • Blähungen, Völlegefühl, Durchfall, Magen-Darm-Infekte
  • Diabetes mellitus (vor allem Typ 2)
  • Kreislaufbeschwerden
  • Reizhusten und Heiserkeit
  • Rheumatische Beschwerden
  • Pilzinfektionen (besonders Öl)

Zimtpulver kann man in Wasser (am besten lauwarm) rühren, unter Essen mischen (z.B. Joghurt, Müsli). Es kann auch beim Kochen und Backen angewendet werden. Durch die starken Synergien und nur wenig Vitaminen im Zimt verliert er nur wenig an seiner Wirkung, wenn er stark erhitzt wird.

Als therapeutisch wird in der Regel eine Menge ab einem halben Teelöffel angesehen. Zu Beginn sollte man die Dosis langsam erhöhen, da einige Menschen auf hohe Mengen Zimt allergisch reagieren.

Man kann auch nur das ätherische Öl vom Zimt nutzen. Das ist besonders für Inhalationen sinnvoll.

 

Dieser Beitrag ist Teil der Superfood-Reihe. Die einleitenden Beiträge findet ihr hier:
Die unendliche Superfoodliste (erschienen am 16.1.)
Das WIE ist genauso wichtig, wie das WAS (folgt bald)

1 Comment

  1. Huhu,
    ein sehr schöner Blog. Gefällt mir echt gut und es ist alles sehr informativ 🙂
    Bei Zimt fällt mir noch auf, da ich gerne Chai-Tees trinke im Winter, dass er auch wärmend und generell belebend wirkt (zumindest auf mich). Wenn ich müde bin und es außerhalb meiner Zeit liegt, wo ich noch Kaffee trinke (bis 17 Uhr), wirkt er sehr gut ohne die lang anhaltende Wirkung des Koffeins, die mich am schlafen hindert.
    Außerdem finde ich ihn klasse, wenn mir kalt ist.
    Lg,
    Evi

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